Blowing FRont
Sound wie ein Windstoss
Bereits im Oktober 2007 konnte die Blowing Front bei den Berliner Jazz und Blues Awards das Publikum derart begeistern, dass es mit großer Mehrheit dieses energiegeladene Sextett zum Sieger des Wettbewerbs kürte. Seitdem hat sich Blowing Front in der Berliner Jazzszene durch zahlreiche Auftritte einen Namen gemacht.
Zusammengestellt wurde diese Formation hochkarätiger Musiker vom Pianisten Lionel Haas, der auch deren Musik schreibt - ein mitreißendes, grooviges und swingendes Programm aus Jazz, Funk, Blues und Latin.
„Das Sextett unter Leitung des Pianisten und Komponisten Lionel Haas macht seinem Namen aller Ehre: Wie ein Windstoss fegt einem der Sound der Front mit ihren 3 Bläsern entgegen. Die Musik greift die temperamentvolle afroamerikanische Jazztradition auf.“
Jazzpodium
Die Vision
Immer wenn ich mir ältere Aufnahmen von Jazzlegenden wie Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Art Blakey and the Jazz Messengers oder Charles Mingus - um nur einige zu nennen - anhöre, spüre ich eine musikalische Energie, die ich kaum in Worte fassen kann. Diese großen Interpreten haben das Zusammenspiel in der Band im Jazz entscheidend geprägt. Sie spielten sich die Seele vom Leib. Sie schufen Musik bei der sich man sich fallen lassen kann, die den ganzen Körper erfasst und Emotionen weckt. Sie verstanden es, den Hörer zu berühren.
Jazzer dieses Kalibers und Typus gibt es, wenn ich beispielsweise an die "Young Lions" wie Roy Hargrove oder Nicholas Payton denke, durchaus auch heute noch. Allen diesen Interpreten gemeinsam ist die wesentliche Rolle des Groove, Swing und Soul. Sie sind aber seltener geworden. Bei vielen zeitgenössischen Interpreten des Jazz treten diese Stilelemente leider zu oft in den Hintergrund zugunsten vermeintlicher Innovation, nach dem Motto, je freier und je mehr " im off" desto kreativer und origineller. Ich respektiere diese Herangehensweise, doch mit der Blowing Front versuche ich an das anzuknüpfen was die oben genannten Legenden so unsterblich gemacht hat.
Wie ich finde, habe ich für dieses Vorhaben in der Blowing Front die idealen Partner zusammenführen können. Das spannende an unseren Bläsern ist: sie unterscheiden sich stilistisch und improvisatorisch voneinander, gemeinsam verbindet sie aber eine virtuose, nahezu ungezügelte Spielleidenschaft und eine geballte Energie die den Hörer mitzureißen versteht. Unsere Rhythmusgruppe verfängt sich nicht in abenteuerlichen Experimenten, bei denen ja oft die Gefahr besteht, dass das rhythmische Gebilde zusammenbricht. Vielmehr legt sie einen Groove hin, an den sich jeder der Solisten anlehnen kann.
Ich meine das Publikum möchte in der Regel unterhalten, mitgerissen, berührt, inspiriert, verzaubert werden. Es möchte sich beim Zuhören entspannen dürfen. Das will die Blowing Front ihm bieten: Kompositionen, die dem Hörer durch ihre melodische, harmonische und rhythmische Schlichtheit unter die Haut gehen. Unsere Musik will sich bodenständig, groovig, swingend, soulig und damit die Tradition der "Great Legends of Jazz" lebendig halten.
Miles Davis sagte einmal "Jazz is dead". Bei aller Bewunderung für den unsterblichen Meister, hier bin ich ganz anderer Meinung.
Lionel Haas
Besetzung
Lionel Haas: piano, composition
Mike Segal: as
Regis Molina: as
Daniel Allen-Oberto: tp
Daryl Taylor: bass
Rico McClarin: drums
